Hannover Ice Lions erneut deutscher Meister

Die Hannover Ice Lions bleiben in der deutschen Para Eishockey-Liga das Maß aller Dinge. In einer durch die anstehenden Paralympics besonderen Saison krönten sie sich am letzten Doppelspieltag in Dresden zum vierten Mal in Folge zum Meister. Ganz makellos blieb das Team dieses Jahr allerdings nicht, im letzten Spiel gegen den TuS Wiehl setzte es die erste Niederlage für die Ice Lions. Der Deutsche Behindertensportverband präsentiert die Ergebnisse und besonderen Leistungen gemeinsam mit der Heinz-Kettler-Stiftung.

Bereits vor den abschließenden beiden Spielen in Dresden war klar, dass Hannover die Meisterschaft kaum noch zu nehmen ist. Ein Punkt reichte den Niedersachsen für den sicheren Titelgewinn. Auf Unentschieden zu spielen, war für die Ice Lions aber keine Option. Im ersten Spiel gegen den Gastgeber aus Dresden ließ der alte und neue Meister nichts anbrennen und siegte deutlich mit 12:3. In der gesamten Saison hatte kaum eine Mannschaft eine Chance gegen den Serienmeister. „Die Hannover Ice Lions haben einen sehr starken Kader mit Spielern wie Felix Schrader, Jan Malte Brelage oder Simon Kunst im Tor. Da kommt man schwer gegen an“, sagt Para Eishockey-Abteilungsleiter und Nationalspieler Christian Jaster.

Die drei Genannten werden ab 6. März auch für die deutsche Nationalmannschaft bei den Paralympics in Mailand auf dem Eis vertreten sein, genauso wie der Kapitän der Ice Lions, Jörg Wedde. Auch in der Liste der Top-Scorer der Liga tauchen Felix Schrader und Jan Malte Brelage ganz oben auf. Dementsprechend verwundert es nicht, dass die anderen Mannschaften Mühe hatten, auf diesem Level mitzuhalten. Allein der TuS Wiehl schaffte es, auf Augenhöhe zu agieren. Schon das Hinspiel war ausgeglichen, dort setzte sich Hannover am Ende knapp mit 5:3 durch. Im letzten Spiel gewann Wiehl dann sogar mit 10:0 gegen die Ice Lions und zog so in der Tabelle noch am ESC Dresden vorbei auf den zweiten Platz. Vierter wurden die Weserstars Bremen vor dem Para Eishockey Club Berlin auf dem letzten Rang.

Normalerweise würden nach der Ligaphase nun die Play-Offs für die besten vier Mannschaften anstehen, in diesem Jahr läuft es durch die Paralympics aber ganz anders. Da sich die deutsche Mannschaft das erste Mal seit 20 Jahren wieder für die Spiele qualifiziert hat, ist im März kein Platz mehr für weitere Ligaspiele. „Diese Saison war sehr voll, die Terminfindung war auch in Abstimmung mit der Nationalmannschaft und Plätzen in den Eishallen teils sehr schwierig. Wir haben aber das Beste daraus gemacht und eine fast normale Spielzeit gehabt“, betont Christian Jaster.

Die Konkurrenten in der Liga werden nun zu Teamkollegen. Schon in dieser Woche geht für die Nationalmannschaft die Reise nach Italien los. Am 7. März (13.35 Uhr) trifft Deutschland im ersten Gruppenspiel auf China. In der Liga haben sich die Nationalspieler in bester Verfassung gezeigt, den Schwung möchten sie nun nach Mailand mitnehmen.

Die Ergebnisse der deutschen Meisterschaften in den Para Sportarten werden in diesem Jahr von der Heinz-Kettler-Stiftung (HKS) präsentiert, um die Aufmerksamkeit für die deutschen Meisterschaften zu erhöhen und die außergewöhnlichen Leistungen der Athlet*innen sichtbarer zu machen. Die HKS wurde von Heinz Kettler und seiner Tochter Dr. Karin Kettler bereits im Dezember 1999 gegründet, um Sportler*innen mit Behinderung in ihrer Sportausübung zu unterstützen und den Inklusionsgedanken in die Praxis umzusetzen.

Text: Paul Foreman / DBS